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Wie lange brüten Hühner? Vom Ei zum Küken in 21 Tagen

Wie lange brüten Hühner? Im Schnitt 21 Tage. So begleitest du Glucke oder Brutapparat Tag für Tag bis zum Schlupf der Küken.

Tobias Lindner

19. Okt. 2026

9 Min.

Wie lange brüten Hühner: Eine Henne ruht sich im Auslauf aus

Wie lange brüten Hühner, bis aus einem Ei ein flauschiges Küken wird? Die kurze Antwort lautet 21 Tage. Doch hinter diesen drei Wochen steckt ein fein abgestimmter Prozess, bei dem Temperatur, Feuchtigkeit und Geduld über den Erfolg entscheiden.

Ob du eine Glucke brüten lässt oder einen Brutapparat nutzt, die Antwort auf „Wie lange brüten Hühner?“ bleibt fast dieselbe. Wer weiß, was an welchem Tag passiert, greift richtig ein und lässt die Tiere ansonsten in Ruhe.

Kurz gesagt: Hühner brüten im Durchschnitt 21 Tage, ob als Glucke oder im Brutapparat. Je nach Rasse kann der Schlupf etwas früher oder später beginnen. Im Brutapparat gelten etwa 37,8 Grad Celsius und 50 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit bis Tag 18 als Richtwert, danach folgt die Schlupfphase mit höherer Feuchtigkeit.

Wie lange brüten Hühner? Die Brutdauer im Überblick

Die Brutdauer von Hühnereiern beträgt im Durchschnitt 21 Tage. Laut Informationsblatt der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege gilt das für Natur- und Kunstbrut gleichermaßen, wobei die Dauer je nach Rasse um etwa einen halben Tag schwanken kann.

Zum Vergleich lohnt ein Blick auf anderes Geflügel. Die Zahlen zeigen, warum die Frage „Wie lange brüten Hühner?“ so klar beantwortet werden kann, während Mischhaltungen Planung brauchen:

  • Hühner: etwa 21 Tage
  • Wachteln: etwa 17 bis 18 Tage
  • Enten: etwa 28 Tage
  • Puten: rund vier Wochen
  • Gänse: etwa 30 bis 32 Tage

Die Werte stammen unter anderem aus dem Merkblatt Brüterei des Südtiroler Bauernbunds. Sie gelten für normale Bedingungen, Kälte verlängert die Brut, zu viel Wärme verkürzt sie und gefährdet die Embryonen.

Wie lange brüten Hühner, wenn es kühl ist?

Kühlen Eier zwischendurch aus, verlangsamt sich die Entwicklung des Embryos. Der Schlupf verschiebt sich dann um Stunden, manchmal um einen Tag. In einem kalten Frühjahr erscheinen die ersten Küken deshalb oft erst am 22. Tag.

Erst wenn auch am 23. Tag nichts passiert, solltest du die Eier schieren und prüfen, ob sich noch Leben zeigt.

Naturbrut: Wie lange brüten Hühner unter der Glucke?

Die Brutdauer ist unter der Henne dieselbe wie im Gerät, nur erledigt sie alles selbst.

Bei der Naturbrut übernimmt eine brutlustige Henne, die Glucke, die gesamte Arbeit. Sie wärmt die Eier, wendet sie mehrmals täglich mit dem Schnabel und hält die Feuchtigkeit über ihren Körper. Das gelingt ihr oft besser als jedem Gerät.

Nicht jede Henne wird brütig. Moderne Legehybriden haben den Bruttrieb weitgehend verloren, während Seidenhühner, viele Zwerghuhnrassen und schwere Rassen als zuverlässige Glucken gelten. Wie du deinen Bestand grundsätzlich aufbaust, liest du im Ratgeber Hühner im Garten halten.

So unterstützt du die Glucke

Die Glucke braucht einen ruhigen, leicht abgedunkelten Platz ohne Sichtkontakt zu anderen Hennen. So stören legefreudige Artgenossinnen das Nest nicht, und Eier werden nicht nachgelegt. Halte Raubtiere, Ratten und Milben konsequent fern.

Eine Glucke verlässt das Nest meist nur einmal am Tag kurz, um zu fressen, zu trinken und Kot abzusetzen. Stelle Futter, Wasser und eine Sandbadstelle direkt in die Nähe. Bleibt sie dauerhaft sitzen, hebst du sie einmal täglich behutsam vom Nest, so empfiehlt es auch das Merkblatt Naturbrut und Kunstbrut von Kleintiere Schweiz.

Wie lange brüten Hühner: Bruteier liegen in einem Strohnest
Für die Brut eignen sich saubere, unbeschädigte und frische Eier. Foto: Jessica Donnelly / Unsplash

Kunstbrut: Wie lange brüten Hühner im Brutapparat?

Wer keine brütige Henne hat, nutzt einen Brutapparat. Auch dort dauert die Brut rund 21 Tage, allerdings musst du Temperatur, Feuchtigkeit und Wenden selbst steuern.

  • Vorbrut (Tag 1 bis 18): etwa 37,8 Grad Celsius bei 50 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit.
  • Wenden: mehrmals täglich, je nach Gerät drei- bis zwölfmal, bis einschließlich Tag 18.
  • Schlupfbrut (Tag 19 bis 21): etwa 37 Grad Celsius, die Luftfeuchtigkeit steigt deutlich auf rund 70 bis 80 Prozent.
  • Standort: ein ruhiger Raum mit gleichmäßiger Temperatur, ohne direkte Sonne und mit guter Lüftung.

Diese Angaben sind Richtwerte aus der Praxis. Halte dich immer zusätzlich an die Anleitung deines Geräts, denn Flach- und Motorbrüter arbeiten unterschiedlich.

Bruteier richtig auswählen und lagern

Der Erfolg beginnt lange vor dem ersten Bruttag. Nimm nur saubere, unbeschädigte und normal geformte Bruteier aus einem Bestand mit Hahn. Wasche sie nicht, denn dabei geht die schützende Oberhaut verloren.

Lagere die Eier kühl bei etwa 10 bis 15 Grad Celsius, mit der Spitze nach unten, und wende sie täglich. Ideal ist eine Lagerdauer von bis zu sieben oder acht Tagen. Nach zehn Tagen Lagerung kann die Schlupfrate laut Südtiroler Merkblatt bereits unter 60 Prozent fallen.

Brutkalender: Was in den 21 Tagen passiert

Damit du weißt, was im Ei passiert und wann du eingreifen solltest, hier der Ablauf als Schritt-für-Schritt-Plan:

  1. Tag 1: Die Bruteier kommen unter die Glucke oder in den vorgewärmten Brutapparat.
  2. Tag 1 bis 6: Herz und erste Blutgefäße entstehen, Störungen solltest du jetzt vermeiden.
  3. Tag 7: Erstes Schieren. Befruchtete Eier zeigen ein feines Netz aus Blutgefäßen, unbefruchtete Eier entfernst du.
  4. Tag 8 bis 17: Der Embryo wächst rasch, Federn und Schnabel bilden sich.
  5. Tag 18: Zweites Schieren. Abgestorbene Eier kommen heraus, im Brutapparat endet das Wenden.
  6. Tag 19 bis 20: Das Küken dreht sich in Position und pickt die Schale an.
  7. Tag 21: Die meisten Küken schlüpfen. Der Schlupf eines Geleges zieht sich oft über einen Tag.

Vor dem siebten Tag solltest du nicht schieren, weil der junge Embryo empfindlich auf Erschütterungen reagiert. Für dich bedeutet das drei Wochen Geduld, in denen du an genau zwei Tagen kontrollierst.

Küken schlüpft aus dem Ei am Ende der Brutzeit von Hühnern
Der Schlupf selbst dauert meist bis zu einem Tag. Foto: Daniel Tuttle / Unsplash

Schlupf und die ersten Stunden der Küken

Am Ende der Brutzeit wird es spannend. Das Küken pickt zuerst ein kleines Loch in die Schale und arbeitet sich dann ringförmig heraus. Der eigentliche Schlupf kann viele Stunden dauern.

Hilf nicht vorschnell, auch wenn es schwerfällt. Öffnest du den Brutapparat während des Schlupfs, brechen Temperatur und Luftfeuchtigkeit ein, und die Eihaut kann am Küken festkleben. Frisch geschlüpfte Küken lässt du im Gerät trocknen, bevor sie in einen vorgewärmten Aufzuchtbereich umziehen.

In den ersten Stunden zehren die Küken noch vom Dottervorrat und brauchen nicht sofort Futter. Danach erhalten sie spezielles Kükenfutter und frisches Wasser in einer flachen Tränke. Unter der Glucke regelt die Mutter all das selbst und lockt ihre Küken zum Futter.

Schutz für die Kleinen

Küken sind in den ersten Wochen leichte Beute. Neben Ratten, Mardern und Greifvögeln sind auch Katzen eine Gefahr, besonders Freigänger aus der Nachbarschaft. Wie unterschiedlich das Leben von Freigang- und Wohnungskatzen aussieht, beschreibt unser Artikel Freigang oder Wohnung für Katzen.

Sichere den Kükenbereich daher rundum und von oben. Die Glucke verteidigt ihre Kleinen zwar mutig, gegen einen Marder hat sie aber keine Chance.

Glucke führt ihre frisch geschlüpften Küken nach der Brut
Nach dem Schlupf wärmt und führt die Glucke ihre Küken. Foto: Michael Anfang / Unsplash

Brutstimmung: Wann brüten Hühner überhaupt?

Bevor es überhaupt losgeht, muss eine Henne erst einmal brütig werden. Diese Brutstimmung wird hormonell ausgelöst und tritt bei den meisten Hennen im Frühjahr und Frühsommer auf. Manche Glucken werden auch im Spätsommer oder sogar im Winter brütig.

Eine brutlustige Henne erkennst du an typischen Signalen:

  • Sie bleibt auch nachts im Legenest statt auf der Sitzstange.
  • Sie plustert sich auf, faucht und hackt, wenn du dich näherst.
  • Sie gibt tiefe, glucksende Laute von sich, daher der Name Glucke.
  • Sie legt selbst keine Eier mehr und sammelt fremde Eier unter sich.

Wie lange brüten Hühner ohne befruchtete Eier?

Liegen keine befruchteten Eier im Nest, sitzen manche Hennen trotzdem weit über drei Wochen auf leeren oder unbefruchteten Eiern. Das zehrt an den Kräften, weil die Glucke in dieser Zeit wenig frisst.

Brutstimmung beenden, wenn keine Küken gewünscht sind

Willst du keine Küken, nimmst du die Eier täglich weg und hebst die Henne mehrmals vom Nest. Hilft das nicht, setzt du sie für einige Tage in ein helles Abteil ohne Nest, mit Futter, Wasser und Sichtkontakt zur Gruppe. Harte Methoden wie Kältebäder sind tierschutzwidrig und gehören nicht in einen Hühnerstall.

Greift niemand ein, kann die Brutstimmung im Extremfall mehrere Wochen anhalten und die Henne sichtlich schwächen. Ein früher, sanfter Eingriff ist deshalb die bessere Wahl.

Typische Fehler bei der Brut

Viele Brutversuche scheitern an vermeidbaren Kleinigkeiten. Wer die typischen Stolperfallen kennt, verbessert seine Schlupfrate deutlich.

  • Zu alte Bruteier: Je länger die Lagerung, desto schlechter der Schlupf.
  • Schwankende Temperatur: etwa durch einen Standort an der Heizung oder am Fenster.
  • Falsche Luftfeuchtigkeit: Zu trocken klebt das Küken fest, zu feucht ertrinkt es im Ei.
  • Zu häufiges Öffnen: besonders in den letzten drei Tagen.
  • Gestörte Glucke: Andere Hennen legen dazu oder vertreiben sie vom Nest.
  • Milbenbefall: Rote Vogelmilben schwächen die Glucke und können sie zur Aufgabe treiben.

Auch die Herkunft der Eier spielt eine Rolle. Wer etwa farbige Eier ausbrüten möchte, sollte wissen, welche Rassen sie legen. Mehr dazu liest du im Ratgeber Welche Hühner legen blaue Eier.

Was tun mit überzähligen Hähnen?

Aus jeder Brut schlüpfen statistisch etwa zur Hälfte Hähne. Überlege dir vor dem Start, wo diese Tiere später leben sollen. Mehrere Hähne in einer kleinen Gruppe führen oft zu Rangkämpfen und Stress für die Hennen.

Fazit: Wie lange brüten Hühner wirklich?

Im Durchschnitt brüten Hühner 21 Tage, bei Glucke und Brutapparat gleichermaßen. Kleine Abweichungen von einigen Stunden bis zu einem Tag sind normal und kein Grund zur Sorge.

Entscheidend für den Erfolg sind frische, befruchtete Bruteier, eine stabile Temperatur, die richtige Luftfeuchtigkeit und viel Ruhe. Schiere am 7. und 18. Tag, sonst lässt du Glucke und Eier möglichst in Frieden.

Plane auch die Zeit nach dem Schlupf mit ein: Kükenfutter, sichere Unterbringung und ein Plan für die Hähne gehören dazu. Und wenn du wissen willst, wie viele Jahre deine Küken einmal vor sich haben, lies weiter im Artikel Wie alt werden Hühner.

Häufige Fragen zu: Wie lange brüten Hühner?

Wie lange brüten Hühner genau?

Ein Huhn brütet im Durchschnitt 21 Tage, egal ob als Glucke im Nest oder im Brutapparat. Je nach Rasse, Eigröße und Temperatur kann der Schlupf einige Stunden bis etwa einen Tag früher oder später beginnen. Bleiben Küken nach dem 23. Tag aus, ist ein erfolgreicher Schlupf eher unwahrscheinlich, prüfe die Eier dann durch Schieren.

Wie oft verlässt eine Glucke das Nest?

Eine brütende Glucke verlässt das Nest meist nur einmal am Tag für kurze Zeit, um zu fressen, zu trinken, Kot abzusetzen und ein Sandbad zu nehmen. Das ist normal und schadet den Eiern nicht. Bleibt sie dauerhaft sitzen, kannst du sie einmal täglich behutsam vom Nest heben und neben Futter und Wasser setzen.

Kann man Eier aus dem Supermarkt ausbrüten?

In aller Regel nicht. Eier aus dem Handel stammen fast immer von Hennen, die ohne Hahn gehalten werden, und sind damit unbefruchtet. Zudem werden sie oft gekühlt gelagert und sind für eine Brut zu alt. Für die Brut brauchst du frische, befruchtete Bruteier aus einem Bestand mit Hahn.

Welche Temperatur braucht ein Brutapparat für Hühnereier?

Für Hühnereier gelten in der Vorbrut bis zum 18. Tag etwa 37,8 Grad Celsius bei 50 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit als Richtwert. In den letzten drei Tagen senkst du die Temperatur leicht auf etwa 37 Grad und erhöhst die Luftfeuchtigkeit deutlich. Halte dich zusätzlich an die Anleitung deines Geräts.

Woran erkenne ich, dass eine Henne brüten will?

Eine brutlustige Henne bleibt auffällig lange im Nest sitzen, plustert sich auf, faucht oder hackt, wenn du dich näherst, und gibt glucksende Laute von sich. Sie verteidigt Eier, auch fremde, und legt meist selbst nicht mehr. Hält dieses Verhalten mehrere Tage an, ist sie in Brutstimmung.

TL

Über Tobias Lindner

Ressort Vögel

Tobias Lindner verantwortet das Ressort Vögel. Er hält Wellensittiche und Hühner und schreibt über Volieren, Freiflug, Ernährung und den Umgang mit Ziervögeln.

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